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Aegon Studien 2017

Aegon Studien 2017

Der Ruhestand ist für die Deutschen schon längst nicht mehr der letzte, nur von Passivität geprägte Lebensabschnitt. Sie gehen davon aus, mit 65 Jahren in Rente zu gehen – und wollen dann möglichst viel Zeit mit ihren Freunden und Familien verbringen oder reisen. Trotzdem zeigt die aktuelle Aegon-Studie, dass die Deutschen Angst vor der Zukunft im Ruhestand haben. Über drei Viertel der Bürger bezweifeln demnach, dass sie ihren letzten Lebensabschnitt beschwerdefrei genießen können. Im internationalen Vergleich im Rahmen der Aegon-Studie malen sich die Deutschen sogar die schlechtesten Zukunftsaussichten aus – vor allem finanziell. Dennoch setzt nur eine Minderheit auf eine tatsächliche Planung für den Ruhestand. Die Situation spiegelt sich auch im diesjährigen Aegon Retirement Readiness Index (ARRI) wider, bei dem Deutschland im internationalen Vergleich nur noch auf Platz 8 rangiert.

  • Aegon Ruhestandsstudie 2017 Deutschland
    Methodik

    Für die Aegon-Ruhestandsstudie 2017 „Erfolgreich in den Ruhe-stand – Gesundes Altern und finanzielle Sicherheit“ wurden insgesamt 16.000 Personen (14.400 Erwerbstätige sowie 1.600 Ruheständler) zu ihrer Ruhestands-vorbereitung und den Plänen für das Alter befragt, darunter 1.000 aus Deutschland. Die Aegon-Ruhestandsstudie wird jährlich in 15 Ländern durchgeführt: Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Indien, Japan, Kanada, Niederlande, Polen, Spanien, Türkei, Ungarn, USA und Vereinigtes Königreich. Die Befragung wurde zwischen dem 6. und dem 18. Februar 2017 online durchgeführt und anschließend ausgewertet. Weitere Informationen über die Methodik und die Zielstellung der Studie sind erhältlich unter www.aegon.com/thecenter

    Wichtigste Erkenntnisse
    • Deutschland belegt auf dem Aegon Retirement Readiness Index (ARRI) 2017 den achten Platz.
      Mit einem Wert von 6,0 liegt Deutschland in der Kategorie Stand der Ruhestandsvorbereitung im Mittelfeld und somit leicht über dem weltweiten Durchschnitt von 5,9. Allerdings lag Deutschland 2016 mit einem Wert von 6,1 noch auf Platz vier und ist innerhalb eines Jahres auf den achten Platz abgerutscht.
    • Die Arbeitnehmer in Deutschland gehen davon aus, mit 65 Jahren in Rente zu gehen.
      Unabhängig vom persönlichen Gesundheitszustand gehen Erwerbstätige in Deutschland davon aus, durchschnittlich im Alter von 65 Jahren in den Ruhestand einzutreten. Doch bei der Frage, wie lange ihrer Erwartung nach ihr Ruhestand sein wird, gehen die Meinungen der Befragten auseinander.
    • Erwerbstätige und Ruheständler in Deutschland gehen davon aus, dass sie über die Hälfte (55 Prozent) ihres späteren Renteneinkommens vom Staat erhalten werden.
      Die Menschen in Deutschland verlassen sich auch weiterhin stark auf eine staatliche Unterstützung. Damit liegen die Deutschen über dem weltweiten Durchschnitt (46 Prozent).
    • 39 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland sind Gewohnheitssparer, dies entspricht exakt dem weltweiten Durchschnitt
      Als Gewohnheitssparer werden die Menschen bezeichnet, die in der Befragung angeben, stets auf ausreichendes Sparen für den Ruhestand zu achten.
    • Dreizehn Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland haben einen schriftlich ausgearbeiteten Plan für den Ruhestand.
      Sie haben einen schriftlichen Altersvorsorgeplan niedergelegt und verfolgen diesen. Hier liegt Deutschland nahezu gleichauf mit dem weltweiten Durchschnitt von 14 Prozent.
    • Nur drei von zehn Erwerbstätigen in Deutschland verfügen über einen Notfallplan, der sie, wenn sie vor Erreichen ihres Rentenalters nicht mehr zum Arbeiten in der Lage sein sollten, mit einem Einkommen versorgen könnte.
      Unter den wenigen, die einen Notfallplan besitzen, verfügt die Hälfte (49 Prozent) über eine Berufsunfähigkeitsversicherung, wobei dieser Wert deutlich über dem weltweiten Durchschnitt liegt.
    • 40 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland geben an, dass ihr Arbeitgeber keine Leistungen für die Altersvorsorgeplanung anbietet.
      Weltweit liegt der Wert hierfür bei 37 Prozent. Im Vergleich zu den anderen Ländern werden in Deutschland jedoch andere Leistungen häufiger angeboten, zum Beispiel die Bereitstellung einer Jahresbilanz des Rentenplans, einer Jahresprognose des Einkommens aus dem Rentenplan sowie Infomaterialien.
    • Der Gesundheitszustand gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für einen angenehmen Ruhestand.
      Der Großteil (57 Prozent) der Deutschen gibt an, in guter oder ausgezeichneter gesundheitlicher Verfassung zu sein. Der weltweite Wert liegt in dieser Kategorie sogar bei 68 Prozent.
  • Retirement Preparations in a New Age of Self Employment
    Methodik

    Für die Aegon Studie " Retirement Preparations in a New Age of Self Employment" wurden im Jahr 2016 insgesamt 17.600 Arbeitnehmer und Selbständige in 15 Ländern weltweit, darunter 1.000 aus Deutschland, befragt.

    Wichtigste Erkenntnisse
    • Selbständige machen weltweit einen immer größeren Anteil der Erwerbsbevölkerung aus. Die Anzahl der Freelancer ist in den vergangenen zwanzig Jahren in Deutschland um mehr als 40 Prozent gestiegen
    • Der Anteil der Selbständigen in Deutschland liegt bei 11 %.
    • Nur 20 Prozent der Selbständigen in Deutschland sind davon überzeugt, im Ruhestand komfortabel leben zu können
    • Mehr als die Hälfte der deutschen Selbstständigen (52 Prozent) geht davon aus, beim Eintritt in den Ruhestand älter als 65 zu sein oder sogar nie in den Ruhestand zu treten
    • Im weltweiten Vergleich sparen die Selbständigen in Deutschland mehr und fühlen sich verantwortlicher für ihre persönliche Ruhestandsplanung, haben jedoch seltener eine schriftlich fixierte Ruhestandsstrategie
    Zuversicht hinsichtlich eines komfortablen Ruhestands

    Die Studie belegt, dass nur 20 Prozent der Selbständigen in Deutschland davon überzeugt sind, im Ruhestand komfortabel leben zu können. Damit liegt Deutschland unter dem internationalen Durchschnitt von 26 Prozent. Mehr als die Hälfte der deutschen Selbstständigen (52 Prozent) geht davon aus, beim Eintritt in den Ruhestand älter als 65 zu sein; ein Teil rechnet sogar damit, niemals in den Ruhestand zu treten

    Selbständige als eigenverantwortliche Sparer für den Ruhestand

    Im weltweiten Durchschnitt fühlen sich 75 Prozent der Selbständigen (Deutschland: 82 Prozent) für die finanzielle Absicherung ihres Ruhestands verantwortlich. Dennoch bezeichnen sich weltweit nur 34 Prozent als Gewohnheitssparer (Deutschland: 40 Prozent), unter den Einzelunternehmern sind es sogar nur 29 Prozent. Zudem verfügt nur jeder zehnte Befragte in Deutschland über eine schriftlich fixierte Strategie zur finanziellen Absicherung im Ruhestand.